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Immobilien

Value-Add nach der Pandemie

November 2020 - 6 min lesen

Der durch die globale Pandemie ausgelöste Schock hat die Immobilienmärkte weltweit erschüttert – daher sind die Qualität und die Lage von Immobilien heute wichtiger denn je.

Ein langes Jahr ...

Es scheint eher Jahre als Monate zurückzuliegen, aber wenn wir auf Anfang 2020 zurückblicken, dann waren die Bedingungen an den Immobilienmärkten, insbesondere für Value-Add-Transaktionen, gesund und zum Teil wohl sogar auf dem Weg in überteuertes Terrain, da die Nachfrage der Anleger das Angebot an Transaktionen überstieg und Core-Investoren auf der Suche nach zusätzlicher Rendite ins Value-Add-Segment vorstießen.

Das alles änderte sich im März 2020, als den Marktteilnehmern das Ausmaß und die Schwere der Pandemie klar wurden. Nach diesem anfänglichen Schock und dem anschließenden Stillstand des Transaktionsvolumens stellen sich die Aktivitäten nun wieder ein und mit jedem Tag werden mehr Objekte bepreist – vor allem aber zeichnet sich die Anlegernachfrage heute durch eine völlig andere Zusammensetzung als in der Zeit vor Corona aus.

Core- und Core+-Investoren haben Value-Add-Transaktionen den Rücken gekehrt und der Wettbewerb um viele dieser Anlagen hat deutlich abgenommen – teilweise infolge einer geringeren Verfügbarkeit der Finanzierung. Die Renditen für solche Geschäfte ziehen auch allmählich an, da Anleger angesichts der noch immer präsenten Pandemie vorsichtiger geworden sind, was die Durchführung neuer Bauvorhaben oder die Neupositionierung von Anlagen betrifft.

Umgekehrt haben erstklassige oder Core-Vermögenswerte von einer Flucht in die Qualität profitiert. Die Renditen der letzten Tier-1-Transaktionen waren in einigen Sektoren sogar noch knapper als vor Corona, was teilweise auf niedrigere Zinsen zurückzuführen war.

Für Value-Add-Anleger sollte dieses Auseinanderlaufen eine willkommene Entwicklung sein. Als das System mit zu viel Kapital überflutet war und zu viele Investoren ein „risikofreudiges“ Verhalten an den Tag legten, wurde die Wertschöpfung durch neue Bauvorhaben oder Neupositionierungen von Vermögenswerten immer schwerer. Doch in Anbetracht der von vornherein niedrigeren Preise für Objekte ist jetzt eine offensichtlichere Lücke durch die Aufwertung von Immobilien zu schließen, insbesondere wenn Anlagen der Klasse C in guten Lagen neu positioniert und in Core-Immobilien umgestaltet werden können.

Für Anleger stellt sich die Frage, wo und wie sie Kapital einsetzen können, nicht nur, um von einer potenziell attraktiveren Preisdynamik zu profitieren, sondern auch um die langfristigen strukturellen Trends aufzugreifen, die das Verhalten der Mieter und damit die Nachfrage nach Immobilienvermögen in den kommenden Jahren bestimmen werden.

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  • Valeria Falcone
    Valeria Falcone

    Head of Europe Value-Add Investing, Portfolio Manager

  • Joe Gorin
    Joe Gorin

    Head of U.S. Real Estate Equity Acquisition & Portfolio Management

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