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Renten

Was steht für Privatkredite an?

Mai 2020 - 7 min lesen

Nun, da der entscheidende Moment gekommen ist, stellen sich viele Anleger die Frage, was in den nächsten Monaten (und Jahren) für direkte Unternehmenskredite (Unternehmen im Mittelmarkt Segment) ansteht.

COVID-19 und die Folgen des andauernden, globalen Shutdowns haben direkte Unternehmenskredite im Mittelmarkt (Direct Lending) sicherlich Herausforderungen beschert. Im Vergleich zu früheren Ereignissen wie der weltweiten Finanzkrise zeigten sich die Auswirkungen auf viele Unternehmen rasch und gravierend – Unternehmen, die noch im Januar und Februar gut abschnitten, mussten in den folgenden Monaten aufgrund des Nachfrageeinbruchs einen Umsatzrückgang auf beinahe Null hinnehmen. Es lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen, wann dieses Ereignis und die damit verbundene Konjunktureintrübung abflauen werden, obwohl es immer wahrscheinlicher erscheint, dass zahlreichen Unternehmen ein langer, langsamer Weg zur vollständigen Erholung bevorsteht, insbesondere in Branchen, die stärker von Ausgangssperren betroffen sind.

Gewiss gibt es Lichtblicke. Als Anlageklasse können solche Unternehmenskredite die Möglichkeit bieten, über private Anlagen mit einem potenziellen Renditeaufschlag gegenüber den breit syndizierten Kreditmärkten – sowie dank Kreditklauseln mit einer besseren Absicherung nach unten – in qualitativ hochwertige Unternehmen zu investieren. Einige Strategien und Marktsegmente sind jedoch besser als andere aufgestellt, um attraktive risikobereinigte Renditen zu erzielen. In Zukunft wird der Schlüssel darin liegen, die Anlagen zu identifizieren, die Abwärtsrisiken effektiv bewältigen können.

In den letzten Jahren haben wir die attraktivsten Chancen in dem Bereich gesehen, den wir als das traditionelle bzw. echte Mittelmarktsegment betrachten – Unternehmen mit einem EBITDA von 15 bis 50 Millionen Euros. Innerhalb dieses Bereichs sehen wir besonderen Wert in den konservativeren Teilen der Kapitalstruktur und zwar in erstrangigen Senior-Debt-Titeln mit Schwerpunkt auf Branchen, die sich wirklich für illiquide Investitionen eignen, wobei wir Segmente wie Einzelhandel, Restaurants sowie Öl und Gas vermeiden.
 

Die Folgen der spätzyklischen Stilverschiebung

Traditionelle Mittelmarktunternehmen haben heute einen potenziellen Vorteil gegenüber ihren kleineren und größeren Pendants. Einerseits haben sie einen höheren Unternehmenswert als der untere Teil des Mittelmarkts, wo das Verlustpotenzial bei Zahlungsausfällen tendenziell höher ist, da kleinere Unternehmen bei finanziellen Schwierigkeiten in der Regel weniger „Stellschrauben betätigen“ können. Andererseits benötigen Titel im mittleren Marktsegment im Vergleich zum oberen Ende des Markts wahrscheinlich weniger Finanzmittel, um kurzfristige Schocks und Phasen eines sich verschlechternden Wirtschaftswachstums zu überbrücken.

Dieser Sweetspot war in den letzten Jahren auch besser von einigen der riskanteren Verhaltensweisen isoliert, die in anderen Teilen des Mid-Market zu beobachten waren.

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