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High Yield: Wertanalyse in Zeiten einer sich wandelnden Marktstimmung

April 2019 - 8 min lesen

In dieser Frage-Antwort-Runde diskutiert David Mihalick, Leiter des Bereichs U. S. High Yield Investment bei Barings, die Schwankungen der Anlegerstimmung, die die High-Yield-Märkte in den letzte beiden Quartalen erfahren haben, und wo das Team von Barings heute Value sieht.

Wir haben das Jahr mit einer deutlichen Erholung begonnen, nachdem wir im vierten Quartal des vergangenen Jahres eine Phase ausgeprägter Volatilität an den High-Yield-Märkten erlebt hatten. Können Sie uns einen Überblick über die Hintergründe dieser Entwicklungen geben?

Die letzten sechs Monate waren zweifelsohne eine Achterbahnfahrt. Wenn man sich die Risikoaktiva ansieht, ist der S&P 500 im vierten Quartal um ca. 14 % gefallen und hat sich dann im ersten Quartal um fast 14 % wieder erholt. Der High-Yield-Anleihenmarkt war um 5 % rückläufig und legte dann wieder um über 7 % zu. Bei Krediten verhielt es sich ähnlich: Rückgang um ca. 3 % und dann Anstieg um fast 4 %.1

Unserer Ansicht nach war dies weitgehend  technischen Faktoren geschuldet. Wenn man sich die Entwicklung im vierten Quartal ansieht, gab es eine Menge Fragezeichen was die Bewertungen zu Beginn angeht. Die Spreads lagen in den unteren 300, es gab negative Schlagzeilen im Zusammenhang mit dem Brexit und den Handelsspannungen zwischen den USA und China und man befürchtete, dass die Fed bei der Erhöhung der Zinssätze zu aggressiv sein würde. All dies führte zu einer schwachen Entwicklung an den Aktienmärkten. Man konnte außerdem einen beginnenden Einbruch im Ölhandel beobachten, mit einem Rückgang von ca. $ 70 auf ca. $ 40. Es kam also zu einem Dominoeffekt.

Zu Beginn des vierten Quartals hielten sich Kredite ganz gut, weshalb die Fonds, die sie besaßen, tatsächlich begannen, diese zu verkaufen, um Rückzahlungen zu erfüllen. Aber im weiteren Verlauf des Quartals, als die Fed eine gemäßigtere Haltung einnahm, gab es auch Verluste bei den Kreditfonds – insgesamt ca. $ 15 Milliarden allein im Dezember.2 Bei den Anleihen begann der Markt zu Beginn des ersten Quartals des Jahres einen Zuwachs zu verzeichnen. Einige dieser Ströme waren in der Haltungsänderung der Fed begründet, welche viele Anleger dazu veranlasste, von Krediten mit variabler Verzinsung zu festverzinslichen Anleihen zu wechseln.

Während die Stimmung der Anleger vom einen Extrem zum anderen schwankte, waren die Unternehmen im High-Yield-Universum im Stillen weiter tätig und schlossen, wie wir jetzt wissen, aus Sicht der Erträge sogar ein erfolgreiches Quartal ab. Tatsächlich beobachten wir etwa 400 High-Yield-Emittenten, die auch über börsennotierte Aktien verfügen, und ca. 75-80 % von ihnen erfüllten oder übertrafen die Ertragserwartungen im vierten Quartal. Es ist zwar relativ schwierig, die genaue Ursache der Performance-Unterschiede zwischen den Unternehmen und den Märkten zu ergründen, es ist jedoch relativ eindeutig, dass die Schwankungen nicht den Fundamentaldaten geschuldet waren. Tatsächlich liegen die High-Yield-Ausfälle heute noch immer auf einem historisch niedrigen Niveau von ca. 1-2 %. Die kurzfristige Instabilität lag weitgehend an technischen Faktoren – insbesondere Einzelhandelsverlusten – was dazu führte, dass die Kurse weiter sanken und uns Ende 2018 gute Kaufchancen bescherten.

1. Quellen: Bloomberg: S&P 500, BAML U.S. High Yield Index, Credit Suisse Inst’l Leveraged Loan Index. Stand: 31. März 2019.
2. Quelle: Lipper FMI. Stand: 31. März 2019.

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