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Deutsche Aktien bieten Chancen zur Bekämpfung der Gegenwinde

April 2019 - 6 min lesen

Rob Smith, Manager der Barings German Growth Strategie, äußert sich in diesen F&A zu der Frage, wie deutsche Aktien positioniert sind, um verschiedenen Gegenwinden zu begegnen, und aus welchen Sektoren das Team zukünftiges Wachstum erwartet.

Die Sorge nimmt zu, dass sich die Weltwirtschaft einer Rezession nähern könnte. Teilen Sie diese Einschätzung und wie ist die deutsche Wirtschaft Ihrer Meinung nach positioniert?

Es gab viele dramatische Schlagzeilen über die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft, dennoch gibt es Gründe, positiv zu bleiben. Die neuesten Produktionsdaten aus China deuteten auf eine Expansion hin und übertreffen die Prognosen.1 Auch die Zahlen des Einkaufsmanagerindex der USA (PMI) waren höher als erwartet, da die Stilllegungseffekte der US-Regierung verschwinden und die Stimmung weiterhin von der akkommodierenden Geldpolitik der US-Notenbank (Federal Reserve) gestützt wird. Unserer Ansicht nach spiegeln die jüngsten Konjunkturtiefs lediglich eine Anpassung in der Mitte des Zyklus wider, anstatt einen anhaltenden globalen Wirtschaftsabschwung einzuleiten.

Für die deutsche Wirtschaft ist insbesondere hervorzuheben, dass das zweite Halbjahr 2018 von einigen bedeutenden einmaligen Ereignissen geprägt war, die das deutsche BIP geschätzt um rund 0,5% reduziert haben.2 Die Automobilproduktion litt durch Verzögerungen bei der Abnahme von Fahrzeugen nach der neuen Abgasprüfverordnung Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure (WLTP). Zudem sanken die Wasserstände im Rhein auf ein so niedriges Niveau, dass der Transport von Produkten in und aus den Chemie- und Stahlwerken unmöglich wurde - das gab es noch nie. Beide Ereignisse werden sich im Jahr 2019 aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wiederholen, so dass allein die Rückkehr zu einem normalen Produktionsniveau ein nützliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr generieren dürfte.

Deutsche Aktien weisen in der Regel ein höheres Ertragswachstum im Vergleich zu europäischen Vergleichsaktien auf1

Beim Thema Gegenwind bleibt das Brexit-Problem im Vordergrund. Wie sehen Sie die Auswirkungen der verschiedenen Szenarien auf die deutsche Wirtschaft?

Wenn eine Vereinbarung getroffen wird, die den Austausch von Waren ohne harte Grenze zu Europa ermöglicht, wird es theoretisch überhaupt keine Änderung geben, so dass ein weicher Brexit eine begrenzte Wirkung hätte. Bei einem harten Brexit hängt es davon ab, ob Großbritannien möglicherweise beginnt, Zölle zu erheben, um seine eigenen Unternehmen vor Wettbewerb zu schützen.

1. QUELLE: Thomson Reuters Datastream.Stand 31. März 2019. Das Institutional Brokers' Estimate System (IBES) ist eine Datenbank, die die verschiedenen Schätzungen von Aktienanalysten sammelt und zusammenfasst.

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