DE Austria (Österreich) Institutionell
Macroeconomic & Geopolitical

Lichtblicke in Europas Zukunft

Februar 2019 - 3 min lesen

Christopher Smart, Leiter der Makroökonomischen und Geopolitischen Forschung, nennt einige Gründe, warum die wirtschaftliche Zukunft Europas nicht so düster ist, wie es scheint.

Die Brexit-Saga wird intensiver und nimmt inzwischen byzantinische Züge an, aber was bedeutet das für Europa? Über Brüssel kreisen die Geier, während führende Köpfe darum bemüht sind, den Binnenmarkt zu festigen und europäische Interessen in einer von China und den USA dominierten Welt zu verteidigen. Der Populismus wächst, das Wachstum ist rückläufig: Der Konsens stellt Europa ein unglückliches Jahr in Aussicht, vielleicht sogar ein unglückliches Jahrzehnt.

In diesem Zusammenhang ist jedoch zu unterscheiden zwischen den strukturellen Plagen des Kontinents, die unter Umständen nie völlig beseitigt werden können, und seinen mal gut, mal weniger gut anmutenden Herausforderungen. Umsichtige Anleger werden bemerkt haben, dass der augenblickliche, das laufende Quartal belastende Gegenwind überwiegend vorübergehender Natur ist. Zwar wird der Sommer weder dem italienischen Populismus, noch dem Etat-Rangeln ein Ende setzen, aber er mag sehr wohl besseres Wachstum liefern als aktuelle Vorhersagen vermuten lassen.

Die schlechten Nachrichten sind nicht zu übersehen: Die Weltkonjunktur scheint sich gegen Europa zu wenden—und das zu einem Zeitpunkt, an dem dem Kontinent die Hände gebunden sind. Die Europäische Kommission korrigierte ihre Wachstumserwartungen für sämtliche Mitgliedsstaaten soeben nach unten— von 1,9% (ihrer Vorhersage von vor wenigen Monaten) auf 1,5%.

Die Schuld an diesen verdüsterten Aussichten trifft vor allem Peking und Rom. Die Bemühungen von China zur Begrenzung des Kreditwachstums hatten einen dramatischen Rückgang europäischer—und gerader deutscher—Exporte zur Folge. Da hilft auch das angespannte Handelsverhältnis mit den USA nicht, und das Übrige tut die in Italien herrschende politische Ungewissheit, mit der das Land gefährlich nah an eine Rezession rückt.

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